Chancen durch Bildung

Ausgangslage
Halle nimmt bundesweit mit 33,4 % den dritten Platz ein bei der Quote von Kindern im Hartz VI Bezug. (Quelle: Böckler-Stiftung 2017) Nur Gelsenkirchen und Bremerhaven liegen noch über diesem Wert. Schwerpunkte innerhalb der Stadt sind hier Halle-Neustadt und die Silberhöhe mit einer Quote von über 60 % sowie Heide-Nord und die Südstadt mit einer Quote von ca. 50 %.

Diese Werte stagnieren trotz guter konjunktureller Lage in der Wirtschaft. Ziel muss sein, die Verfestigung dieser Strukturen und somit das Abhängen ganzer Stadtviertel zu beenden. Eine Stadtgesellschaft kann nur dauerhaft stabil sein, wenn es gelingt, allen Bürgerinnen und Bürgern eine Perspektive zu geben.

Darum: Ausstieg vom Abstieg!

Maßnahmen
Trennung der misslungenen Strukturkrücke Fachbereich Bildung wieder in ein Jugendamt und ein Schulamt mit arbeitsfähigen Amtsleitern und Verantwortungsstrukturen. Die Zusammenführung der vergangenen Jahre hat sich nicht bewährt. Beide Ämter bleiben in einem gemeinsamen Dezernat, in das auch das jetzige Dienstleistungszentrum Familie wieder einsortiert wird.

Die wichtige Verzahnung zwischen Jugendhilfe, Schule, Sozialamt, Jobcenter wird für die vier Brennpunktstadtteile durch einen Sozialkoordinator gesteuert, der im OB-Bereich angesiedelt wird.

Krisengipfel unter Führung des Sozialkoordinators mit allen beteiligten Akteuren wie Jobcenter, Wohlfahrtsverbände, Schulen, Vereine in den vier besonders belasteten Stadtteilen. Gemeinsame Erarbeitung eines Masterplans für die vier Stadtteile, in denen modellartig eine konzertierte Zusammenarbeit mit allen an der Bildungsbiografie von Kindern beteiligten Akteuren entwickelt werden soll. Hierfür sollen alle rechtlichen und strukturellen Möglichkeiten der Bundes- und Landesebene ausgenutzt werden. Teilnehmende Familien sollen durch Anreize motiviert werden. Diese werden gemeinsam mit den Akteuren erarbeitet.

Aufstockung des Personals beim ASD und den Familienhilfen um 10 %, insbesondere für die Brennpunktstadtteile

Beispielhaft ist die Senkung des hohen Anteils an Migrantenkindern in bestimmten Grundschulen durch teilweise Aufhebung der Schuleinzugsbereiche für diese Kinder und gesteuerte Verteilung auf andere Schulen mit geringerem Anteil.

Verdoppelung der Haushaltsmittel für die Ausstattung der Schulen, beginnend mit den Schulen in den Brennpunktgebieten. Sanierte Gebäude sind das Eine. Wenn das Geld fehlt, um Bildungsangebote über das rudimentäre Mindestmaß hinaus zu finanzieren, bleiben sie eine hübsche Hülle.

Unternehmenspatenschaften für kleinere Einheiten (Quartiere, Familien, Schulen) die regelmäßig und über einen mehrjährigen Zeitraum die gleichen Kinder und deren Eltern an ihren Arbeitsprozessen beteiligen, um eine gefestigte Beziehung zur beruflichen Perspektive und deren Voraussetzung, dem Erwerb eines Schulabschlusses zu entwickeln.